Videovorstellung Smart #2: Welcome back, Markenkern!
Videovorstellung Smart #2: Welcome back, Markenkern!
Okay, streng genommen war’s keine echte Sitzprobe – eher ein Probesitzen in einem fast serienreifen Interieur. Klar ist: Der Smart #2 kehrt komplett zum Marklenkern zurück.
Smart findet wieder zu sich selbst zurück. Europa-CEO Wolfgang Ufer, seit 13 Jahren dabei und selbst ernannter „Smartosaurus Rex“, freut sich auf den Neustart: Geely und Mercedes-Benz haben eine komplett neue Plattform genehmigt – die „Electric Compact Architecture“ (ECA). Entwickelt speziell für kleine Elektroautos mit Radständen von 1,875 bis 2,5 Metern. Anders als bisher nutzt der #2 keine verkürzte Konzernbasis, sondern eine eigene Architektur inklusive aufwändiger Fünflenker-Hinterachse. Ziel: Ein Top-Fahrverhalten.
Die Maße? Rund 2,79 bis 2,80 Meter Länge, also klar unter drei Metern und nur minimal größer als der alte Fortwo. Der Wendekreis bleibt bei absurd kleinen 6,95 Metern – Heckantrieb sei Dank. Der Akku wächst auf 35,7 kWh und soll knapp 300 Kilometer WLTP-Reichweite ermöglichen. Geladen wird von 10 auf 80 Prozent in unter 20 Minuten, was auf 80 bis 100 kW DC-Ladeleistung hinausläuft – ziemlich sportlich für die Klasse. Dazu gibt’s V2L-Stromversorgung für externe Geräte, AC-Laden weiter mit maximal 11 kW.
Preislich startet man Stand heute eher knapp unter 22.000 als unter 20.000 Euro. Gleichzeitig denkt Smart laut über alles nach – vom günstigen Basismodell bis zum 50.000-Euro-Mini-Luxusliner. Optisch? Immer edel, nie frugal. Der Smart #2 soll auch Accessoire sein können. Überhaupt spielte die Modewelt beim Design offenbar eine große Rolle. Gleichzeitig betont man den Mercedes-Stil und schlägt die Brücke zum alten Fortwo und zu den größeren Hashtag-Modellen. Über Varianten schweigt Smart noch. Aber Features, die Fans der Urmodelle lieben – etwa die geteilte Heckklappe –, könnten zurückkommen. Vorn gibt’s die Sharknose und ein „schwebendes Dach“ als Neuinterpretation der Tridion-Zelle. Sicherheit bleibt oberste Priorität, weshalb die ganz extrem kurzen 2,5-Meter-Konzepte wohl passé sind.
Innen wartet statt Einzelsitzen eine Art Sitzbank: zwei Sitze mit Mittelstück, damit man leichter durchrutschen oder Gepäck durchschieben kann. Selbst mit 1,90 Metern Körpergröße sitzt man erstaunlich luftig – ein 2,05-Meter-Mensch dürfte ebenfalls Platz finden. Durch die Breite und die weit entfernten A-Säulen fühlt sich der #2 größer an, als er ist. Die Armaturentafel ist wieder stoffbezogen, dazu kommen ein zentraler Screen mit abgerundeten Ecken, Mercedes-artige „Nachbrenner“-Luftdüsen und echte Tasten am Lenkrad. Auch die Software soll deutlich verständiger werden. Dazu viele clevere Details: Türtaschen mit Bändern für 1,5-Liter-Flaschen, kleine Körbchen und spezielle Türöffner.
Eben genau die Art von Ideen, die die kleinen Smart früher ganz groß gemacht haben.